Das Waldprojekt der Vorschulkinder 2017

Mit allen Sinnen den Wald entdecken lautete das Motto dieses Projekts. Und dementsprechend durften die diesjährigen Vorschulkinder die Walderde in den Händen fühlen, ja sogar mit der Erde Bilder auf Papier malen und mit Lehm und Ton aus dem Waldboden Tiere formen oder Blätterkronen basteln. Sonne, Wind und Regen im Gesicht spüren, auf Baumstämmen balancieren, den Duft des Waldes einsaugen, den Geräuschen im Wald lauschen und nebenbei mit vielen lustigen Spielen noch einiges über die Tiere und Pflanzen des Waldes lernen.

Die Kinder lösten viele spannende Rätsel und machten tolle Experimente. Aber auch freies Spielen, Frühstückspicknick im Wald und jede Menge Abenteuer erwarteten die Wolke-7-Kinder.

An drei Vormittagen ging es auf Entdeckungsreise in den Wald. Die Waldtouren starteten immer an einem unsichtbaren Tor zum Wald. Hier mussten alle Kinder und Erwachsenen folgenden Zauberspruch aufsagen:

„Liebes Waldtor, spricht groß und klein,
lass uns in den Wald hinein.
Lass uns spielen, forschen, singen und 2 schöne Stunden verbringen.
Hau, Ruck … Hau, Ruck!

Anschließend drehten die Kinder den für Erwachsene unsichtbaren Zauberschlüssel im Türschloss des Waldtores herum und schon öffnete sich das Waldtor für die Besucher.

Im Wald angekommen, musste das Rätsel gelöst werden, welche kleinen und großen Tiere überhaupt im Wald leben. Und ganz wichtig auch: Wie und wo leben die Tiere im Wald und was fressen sie überhaupt?

Besonders beeindruckt waren die Kinder dabei überraschenderweise von den ganz kleinen Tieren im Wald, denn die bekamen auch alle Kinder zu Gesicht – wie zum Beispiel die Regenwürmer, die mit einem einfachen Trick aus dem Waldboden hervorgelockt werden können. Dazu mussten die Kinder nur eine Weile mit den Füßen auf der Stelle trampeln. Das hört sich für Regenwürmer an wie Regen, der auf den Waldboden prasselt. Und was machen Regenwürmer bei Regen? Klar, sie kommen aus der Erde heraus. So einfach ruft man die Regenwürmer herbei.

Aber auch Asseln, Tausendfüßler, Perlen des Waldes und Springschwänze konnten unsere kleinen Forschern leicht finden – man muss nur wissen, wo man suchen muss. Am besten in der Laubschicht am Boden, unter alten, am Boden liegenden Ästen und Steinen. Da finden es die kleinsten Waldbewohner am Gemütlichsten. Und was essen all diese Winzlinge am Liebsten? Na ganz einfach: alte Blätter, die im Herbst reichlich von den Bäumen herunterfallen. Und das, was hinten bei Regenwürmern und all den anderen Krabbeltierchen wieder herauskommt, ist richtig tolle, nährstoffreiche, neue Erde.

Diese neue Erde wiederum brauchen alle Pflanzen und Bäume des Waldes, um groß und stark werden zu können. Die Erde ist also das Lieblingsessen der Bäume. Und so schließt sich ein Kreislauf des Waldes: Die Bäume ernähren mit ihren Blättern die kleinen Bodenbewohner und diese wiederum produzieren aus den alten Blättern neue Erde für die Bäume.

Und was machen in der Zwischenzeit die großen Tiere des Waldes?

Die Füchse zum Beispiel schnüren, wie der Jäger sagt. Das heißt, sie laufen in einer Linie wie auf einer Schnur. Dabei setzen sie ihre Pfoten erst ganz hinten auf der Ferse auf, rollen dann ganz sanft und leicht über die Außenkante der Pfote, bis sie bei den Zehenspitzen oder Krallen angekommen sind und erst jetzt wird die Pfote mit dem vollen Körpergewicht belastet. Auf diese Weise können die Füchse superleise schleichen, ohne ein Geräusch dabei zu machen. Und warum machen die Füchse das? So können sie sich ganz leise an andere Tiere heranschleichen, die sie zum Fressen gern haben. Diese Art des Schleichens haben sich übrigens auch die Indianer von den Füchsen – oder deren Verwandten, den Kojoten – abgeschaut. Ein richtig guter Jagdtrick also.

Die Kinder lösten viele weitere spannende Rätsel und fanden heraus, welche Tiere noch zu den „Großen“ des Waldes gehören: Wildschweine, Eulen, Spechte, Kaninchen, Hirsche, Igel, Baummarder und Eichhörnchen, zum Beispiel.

Apropos Eichhörnchen: Wer hat Lust auf das Eichhörnchenspiel? Hierzu mussten alle Kinder klettern wie die Eichhörnchen, Nüsse verbuddeln – in der kalten Jahreszeit „ein paar Tage“ im warmen und gemütlichen Kobel verbringen – dann, wenn der Hunger zu groß wird, den Kobel verlassen und suchen, wo die Nüsse versteckt sind. Wer hat alle seine Nüsse wiedergefunden? Bei diesem Spiel kam auch Eddie, das Eichhörnchen aus seinem Kobel gekrochen und hat den Kindern fleißig geholfen, Nüsse zu verstecken und wiederzufinden.

Wer hat Lust auf ein Fühl-Experiment im Wald: Welcher Stamm ist wärmer? Der Buchenstamm oder der Stamm einer Eiche? Wie kann man das am besten fühlen? Mit den Händen vielleicht? Nein, noch besser geht es mit der Wange. Dazu einfach die Wange an den Baumstamm legen. Einmal mit der Wange den Eichenstamm berühren und danach einen Buchenstamm. Ergebnis? Einfach mal selber ausprobieren beim nächsten Waldspaziergang!

Warum haben manche Nüsse so seltsame Löcher? Das sind unterschiedliche Fraßspuren. Rätsel: Welches Tier hat wohl diese Nuss geknackt? War es eine Maus, ein Specht, ein Eichhörnchen oder gar der winzige Eichelbohrer? Zum Glück konnten die Kinder auch noch die kleine Maus Fibs und das Eichhörnchen Eddie dazu befragen und schon war das Rätsel ganz leicht zu lösen.

Bei so vielen Eicheln auf dem Waldboden bietet sich ein Vorschulexperiment an:

Die Kinder sammeln Eicheln vom Waldboden auf und stecken sie in kleine Töpfchen mit Walderde. Dann noch schnell jedes Töpfchen mit den Namen der Vorschulkinder beschriften und alle Töpfchen mit zurück in den Kindergarten nehmen. Jetzt wird es spannend. Passiert etwas? Geduld ist gefragt. Denn diese Frage können die Kinder erst im nächsten Frühling beantworten.

Die Waldentdeckungsreise ist bald schon zu Ende. Wie hat alles begonnen? Mit der Erde und den Regenwürmern. Die Verwertungsfirma der Regenwürmer frisst im Herbst alle herabfallenden Blätter auf. Und hinten aus den Regenwürmern kommt direkt neue, nährstoffreiche Erde heraus, die alle Pflanzen und Bäume des Waldes dringend zum Wachsen brauchen. Aber gibt es vielleicht auch etwas, dass die Regenwürmer nicht verwerten können?

Um das herauszufinden, machen die Wolke-7-Kinder ein weiteres Vorschulexperiment: Sie binden verschiedene Müllsachen an eine lange Schnur und vergraben alles tief im Waldboden. An der Schnur befinden sich zum Beispiel: Ein angeknabberter Apfel, eine Glasscherbe und ein Plastikjoghurtbecher. Was davon kann die Regenwurmverwertungsfabrik wohl in Erde umwandeln und was nicht? Im nächsten Frühling werden die Vorschulkinder die Schnur wieder aus der Erde ziehen und schauen, was von den Müllsachen noch dranhängt.

Derzeit beschäftigt sich die Wolke 7 ebenfalls mit den Themen „Kindergarten der Zukunft, Nachhaltigkeit und Recycling. Deshalb gehen die Vorschulkinder nach diesem Abfallrätsel auch im Kindergarten dem Thema Kreislauf, Recycling und Nachhaltigkeit auf die Spur.

Bevor das Waldprojekt zu Ende geht, gibt es noch ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk für die Kinder. Alle dürfen klettern, springen, schaukeln, balancieren – gibt es draußen etwas Besseres für Kinder? Wohl kaum. Oder doch? Ja! Zum Beispiel, wenn man ganz spontan mit herumliegenden Ästen eine Brücke über den kleinen Bach bauen kann und anschließend zeigen kann, wie mutig man ist. Wer wagt es, über die selbstgebaute Brücke zu gehen und den Bach trockenen Fußes zu überqueren? Währenddessen wurden schnell mit Hilfe von Seilen und dicken Ästen und Baumstämmen Schaukeln, Slacklines und Hängematten aufgebaut. Hier konnten alle Kinder zum Abschluss nach Lust und Laune Balancieren üben, schaukeln oder einfach nur in der Hängematte entspannen.

Was für ein tolles und gelungenes Vorschulprojekt für die Wolke-7-Kinder. Allen – groß und klein – hat es viel Spaß gemacht und wir sagen Danke für dieses Projekt!