Die neue Outdoorküche

Holz-Projekt mit kleinen Zaungästen
Ford-Azubis bauen eine Outdoorküche für die Kinder der Wolke 7

Der Klassiker vom Rücksitz für Eltern von Kindern im Kita-Alter: „Wann sind wir endlich da?“ – nach fünf Minuten einer mehrstündigen Autofahrt, versteht sich. „Wann ist die Küche fertig?“ – so lautete Anfang Juni eine neue Variante der Kinderfrage. Sie galt den Auszubildenden von Ford, die für eine Woche in der Bonner Wolke 7 zu Gast waren. Und wie gute Eltern lösten auch die Ford-Lehrlinge ihre gemeinnützige Aufgabe mit viel Geschick, einer Portion Humor – und stahlharten Nerven. Ihre Aufgabe: der Bau einer Spielküche für die Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte.

Seit etwa 30 Jahren arbeitet die Bonner Unternehmensberatung UBEK mit Ford zusammen. Trainer Lukas Wolf organisiert aktuell die Arbeitspädagogischen Seminare. In der Loeschckestraße brachte er jetzt drei Gruppen von Auszubildenden zusammen – Elektroniker, Industriemechaniker und Fachkräfte für Lagerlogistik –, um gemeinsam innerhalb von fünf Tagen eine Outdoorküche zu planen und zu bauen. Aber die Azubis sind nicht nur untereinander als Team zusammengewachsen. „Manche Kinder wollten mich gar nicht gehen lassen“, sagt Logistiker Yasin Alaca über seine neu gewonnenen kleinen Freunde.

Die Kappsäge, eine große laute Kreissäge – laut Trainer Wolf „ein imposantes Gerät“ – hatte es den Mädchen und (vor allem) den Jungen angetan. Die waren Zaungäste im besten Wortsinn, immer hinter der Absperrung – immer mit Sicherheitsabstand zu den Arbeiten. Und so genossen beide Parteien in dieser Woche den strahlenden Sonnenschein. Diejenigen, die im Gegensatz zum sonstigen Alltag in den Fabrikations-und Lagerhallen mal im Freien arbeiteten, und diejenigen, die zuguckten. „Wenn das Wetter mitspielt, ist das schön“, sagt Azubi Alaca, der sich wie das gesamte Team von Ausbilder Joachim Ebersbach auch von kritischen Fragen des jungen Publikums wie der folgenden nicht aus der Ruhe bringen ließ: „Warum habt ihr nur eine Säge?“

Immerhin reichte das Equipment für ein ebenso formschönes wie stabiles Endprodukt, das die Kölner am Freitag, 8. Juni 2018, der Kita übergeben haben. Projektleiter Furkan Boz sagt: „Wir hoffen, dass die Küche den Kindern, Eltern und Erziehern gefällt. Wir haben sie so gebaut, dass sie Jahre halten soll.“

Alle Beteiligten sind sich einig. Nicht nur für Coach Wolf war das Projekt „ein voller Erfolg“. Boz sagt stellvertretend für die junge Ford-Mannschaft: „Holz war dabei für uns ein neues Material. Wir sind ja alle eher an Metall gewöhnt.“ Und nach einer Arbeitswoche sind die Ford-Leute dann nach Köln zurückgekehrt, wo man die Autos auch weiterhin aus Stahl, Eisen und Aluminium baut. Ausbildungsort der Kinder bleibt hingegen selbstverständlich Kessenich – bei ihren Holzautos. Falls sie nicht gerade mit ihrer neuen Küche spielen.